Selasa, 08 Januari 2013

Indonesien – ein Land im Wandel


Indonesien ist ein globaler Entwicklungspartner Deutschlands. Beide Staaten arbeiten in der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) zusammen. Deutschland unterstützt die Süd-Süd-Zusammenarbeit und die Bemühungen Indonesiens um geringer entwickelte Staaten in Form von Dreieckskooperation. Das Auswärtige Amt zählt Indonesien zu den globalen Gestaltungsmächten.

Das Leitbild einer nachhaltigen und ausgewogenen Entwicklung wird in Deutschland oft mit drei Begriffen dargestellt:
Produktives Wirtschaftswachstum
Soziale Gerechtigkeit
Ökologische Nachhaltigkeit.

Indonesien formuliert die Nachhaltigkeit und die Ausgewogenheit des Wachstums mit den Begriffen: Für Wachstum, für Beschäftigung, für die Armen und für die Umwelt (pro growth, pro jobs, pro poor and pro environment). Die Leitbilder zeigen ein großes Maß an Übereinstimmung.
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist an den Millenniums- Entwicklungszielen der Vereinten Nationen und an den von Partnerländern entwickelten Strategien zur Armutsbekämpfung ausgerichtet. Deutschland und Indonesien sind sich über die in Busan (Korea) 2011 verabschiedeten Kriterien einer wirksamen Hilfe einig. Indonesien kommt die Rolle der Koordinierung seiner Entwicklungspartner zu.

Die gemeinsamen Vorhaben konzentrieren sich auf drei Schwerpunkte:
1. Klimawandel und nachhaltige Entwicklung
2. Privatsektorentwicklung
3. Gute Regierungsführung/Dezentralisierung

Klimawandel und nachhaltige Entwicklung
Deutschland unterstützt Indonesien bei seinen Bemühungen, wirtschaftliche Entwicklung mit dem Schutz des Klimas und seiner natürlichen Ressourcen in Einklang zu bringen. Dabei orientiert sich die EZ an den nationalen, regionalen und sektoralen Klimaaktionsplänen. Die deutsche EZ fördert dabei insbesondere die Bereiche „Wald und Klimaschutz“, „Klimaschutz in Städten“ sowie „Erneuerbare Energien“.

Der Subsektor „Wald und Klimaschutz“ knüpft an die langjährige Erfahrung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in der indonesischen Waldwirtschaft an. Hierbei steht die Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung (engl. abgekürzt REDD) im Vordergrund. Die Lebensgrundlage der Millionen Menschen, die vom indonesischen Wald leben, wird gesichert, der Wald als Wassereinzugsgebiet und die Biodiversiät, die einmalige Artenvielfalt der Naturwälder werden erhalten. Anreizsysteme zum wirtschaftlichen Schutz der Wälder für die betroffenen Gemeinden sollen Wege eröffnen, Waldschutz und wirtschaftliche Entwicklung in Einklang zu bringen. Gleichzeitig sollen wichtige Erfahrungen für die internationale Debatte um einen wirksamen, armutsrelevanten und effizienten internationalen Finanzierungsmechanismus gewonnen werden. Dieser wird  unter der Bezeichnung REDD+ auf den 

Weltklimakonferenzen erörtert. 
In dem Bereich „Klimaschutz in Städten" wird die indonesische Regierung hinsichtlich der Umsetzung einer langfristigen Strategie zur kohlenstoffarmen Entwicklung unterstützt. Mit dem Privatsektor wird über „Green Financing“ zur Förderung privater Investitionen in energie-effiziente Technologien zusammengearbeitet. Beim nachhaltigen Abfallmanagement und im öffentlichen Nahverkehr werden modellhafte Ansätze zur Emissionsreduktion gefördert. Insgesamt umfasst dieser Bereich somit die wichtigsten städtischen Emissionsquellen. Zudem wird die Ausbildung von Führungskräften zur Entwicklung globaler und nachhaltiger Lösungsansätze gefördert.

Der Bereich „Erneuerbare Energien“ unterstützt die indonesische Regierung bei dem Ausbau seiner Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Als schnell wachsendes Schwellenland wächst der Energieverbrauch rapide an. Neben Maßnahmen zur Effizienzsteigerung kommt dem Ausbau der Erneuerbaren Energien eine Schlüsselrolle zu, um Wirschaftsentwicklung und Klimaschutz in Einklang zu bringen. Die deutsche EZ arbeitet mit Indonesien beim Ausbau der Geothermie zusammen und bereitet Engagements in Bereich der erneuerbaren ländlichen Elektrifizierung und der nachhaltigen Entwicklung der Wasserkraft vor.

Privatsektorentwicklung
Ein weiteres zentrales Anliegen der deutschen EZ im Sinne der Millennium-Entwicklungsziele ist die Förderung eines sozial ausgewogenen Wirtschaftswachstums. Damit soll möglichst vielen Menschen eine aktive Teilnahme am Wirtschaftsleben ermöglicht werden. Grundvoraussetzung hierfür ist ein wettbewerbsfähiger Privatsektor und der Zugang einer breiten Bevölkerung zu mehr Bildung. Ein ausreichendes Angebot an gut ausgebildeten Arbeitskräften ist ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Der deutsche Beitrag in Indonesien konzentriert sich daher auf die Bereiche Privatwirtschaftsförderung und Berufliche Bildung/Arbeitsmarkt. Die Entwicklung der kleinen und mittelständischen Unternehmen steht dabei im Vordergrund. 
Gute Regierungsführung/Dezentralisierung

Die öffentlichen Dienstleistungen stehen im Vordergrund. Dezentralisierung und Demokratisierung sind Schlüsselbegriffe, denn allmählich werden alte autoritäre Strukturen zugunsten partizipativer Prozesse aufgebrochen. Die deutsche EZ hat die indonesische Regierung bei der Dezentralisierung und der Schaffung eines gesetzlichen Rahmens an entscheidenden Stellen unterstützt und die Fähigkeiten lokaler Verwaltungsmitarbeiter durch Capacity Building gestärkt, wie zum Beispiel mit dem Vorhaben „Minderung von Georisiken“, da Katastrophenschutz und –vorsorge nunmehr kommunale Aufgaben sind.

Indonesien hat seine öffentliche Auslandsverschuldung konsequent gesenkt. Sie liegt im internationalen Vergleich mit rund 25% des BSP auf einem niedrigen Wert. Bisher sechs Maßnahmen zur Schuldenumwandlung sind dazu ein anerkannter deutscher Beitrag. Zugunsten des Naturschutzes, des Gesundheitssektors, der Bildung, der Fortbildung von Hochqualifizierten in Deutschland wurden Vorhaben in Indonesien identifiziert und mit einer Schuldenumwandlung von Deutschland finanziert.

Deutschland hat sich mit öffentlichen Mitteln und erheblichen Spenden aus der Bevölkerung am Wiederaufbau in der Provinz Aceh und Nias nach dem Tsunami vom 26.12.2004 beteiligt. Schwerpunkte bildeten das Hausbauprogramm und der Wiederaufbau der Berufsschulen, sowie die Unterstützung der lokalen Verwaltung, der Gesundheitsversorgung und die Förderung von wirtschaftlichen Aktivitäten.

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