Die
Deutschen in Südaustralien sind das oft zitierte Paradebeispiel für die
erfolgreiche Masseneinwanderung und Ansieldung Deutscher in Australien. Bis zum
Beginn des Ersten Weltkrieges stellten die Deutschstämmigen etwa 10% der
Bevölkerung der Kolonie Südaustralien.
1838,
als die Kolonie Südaustralien noch nicht einmal zwei Jahre alt war, landete
bereits die erste Gruppe deutscher Siedler an ihrer Küste: 200
Altlutheraner, vorrangig von religiösen Gründen getrieben. Ihre Überfahrt wurde
von der South Australian Company finanziert. Die Mehrzahl der Gruppe entstammte
dem Dorf Klemzig in Brandenburg. Sechs Kilometer östlich von Adelaide
begannen sie Land zu kultivieren und Häuser zu errichten. Sie gründeten einen
Ort und benannten ihn nach ihrem Herkunftsort: Klemzig.
Ein
Jahr später folgten zwei weitere Schiffe mit über 300 Glaubensbrüdern und
nochmals 270 Einwanderer 1841. Das war schon der Abschluss der religiös
geprägten Wanderung, aber derStartschuss für viele weitere
Australien-Auswanderer. Südaustralien war als mögliches Ziel für Deutsche, die
jetzt v.a. aus wirtschaftlichen Gründen kamen, etabliert. 1845 lebten 1.200
Deutschstämmige in der Kolonie, 1861 waren es fast 9.000.
Bis
zum Jahrhundertwechsel gab es einen stetigen Zustrom, auch wenn die Zahlen ab
den 1850-ern deutlich zurückgingen, weil andere Staaten dann attraktivere
Alternativen boten. Viele zog es dann ins benachbarte Victoria oder
New South Wales.
Die
frühen Siedler errichteten einige Kilometer außerhalb Adelaides Dörfer nach
deutschem Vorbild. Dort kultivierten sie Land für den Anbau von Obst und
Gemüse. Mit ein wenig Glück und viel harter Arbeit konnten sie innerhalb
weniger Jahre die Überfahrt und ihr Land abzahlen. Andere Siedlungen entstanden
weiter im Landesinneren, nach 1842 auch im Barossa Valley, 60 Kilometer
nordöstlich von Adelaide.
Zwischen
1848 und 1854 trafen weitere 1.100 Deutsche in Adelaide ein, die aus
dem Harz stammten, wo ihnen der Bergbau keine Beschäftigung mehr bieten konnte.
Etliche davon fanden Arbeit in den Kupferminen Südaustraliens. Die meisten
Deutsche, die in Adelaide blieben, bestritten ihr Leben als selbstständige
Handwerker.
Handwerker
und Landwirte hielten sich unter den Einwanderern die Waage (je etwa ein
Drittel). Das ermöglichte ein Leben in relativ geschlossenen, sich selbst
versorgenden deutschen Siedlungen,was zur Folge hatte, dass die deutsche
Sprache für viele in der alltäglichen Kommunikation lange Zeit ausreichte.
Oft
mit finanzieller Unterstützung bereits ausgewanderter Familienmitglieder wurden
weitere Verwandte ins Land geholt. Kettenwanderung war für die
deutsche Einwanderung nach Südaustralien typisch. So blieben die Hauptherkunftsgebiete
der Einwanderer bis zum Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend die selben;
der Osten und das Zentrum Deutschlands, viele aus der Region an der
brandenburgisch/schlesischen Grenze, die den Ausgangspunkt der Massenwanderung
nach Südaustralien markiert.













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