Im 20. Jahrhundert entwickelte sich das Boxen in zwei verschiedene Richtungen: das olympische Amateurboxen und das Profiboxen. Bei den Amateuren wurde und wird mehr Wert auf technisches Können gelegt. Zudem steht die Gesundheit der Sportler im Vordergrund. Im Gegensatz dazu gerieten die Profikämpfe immer mehr zur Show - und zum einträglichen Geschäft. Die Preisgelder stiegen rasant an, und als das Fernsehen anfing, Kämpfe zu übertragen, wurde aus dem Profiboxen eine ganze Entertainment-Industrie. Boxer zählten schnell zu den bestbezahlten Sportlern überhaupt.
Seit den 1980er Jahren gibt es vier große Weltverbände, die miteinander konkurrieren: Die "World Boxing Associaton" (WBA), den "World Boxing Council" (WBC), die "International Boxing Federation" (IBF) und die "World Boxing Organization" (WBO). Jeder Verband kürt seine eigenen Weltmeister, hat eigene TV-Verträge und regionale Partnerverbände, teilweise unterscheiden sich sogar die Kampfregeln. Auch die Kampfpaarungen kommen oftmals unter undurchsichtigen Bedingungen zustande. Viele Weltmeister können ihren Titel jahrelang verteidigen, weil sie nur gegen mittelmäßige Gegner antreten.
Durch diese Unübersichtlichkeit und diverse Manipulationsmöglichkeiten hatte das Boxen in Deutschland lange Zeit den Ruf als Sportart, die vor allem in der Halbwelt geschätzt wird. Erst in den 1990er Jahren änderte sich das Image, Boxen galt als schick und salonfähig. Dank der Erfolge von Regina Halmich wurde mit Beginn des neuen Jahrtausends sogar das lange verpönte Frauenboxen populär.













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