Im Zuge der Reformation wurde ab dem 16. Jahrhundert in vielen Städten das Fasnachtfeiern verboten, zum Beispiel in Nürnberg. Die katholische Kirche tolerierte die Fasnachtsfeiern, auch aus der Überlegung heraus, dass man das Übel kennen müsse, um sich umso überzeugter dem Heil zuzuwenden und dass dem reuigen Sünder vergeben werde. Die evangelische Kirche dagegen strebte ein durch und durch gottgefälliges Leben schon auf Erden an und lehnte die Fasnacht deshalb grundsätzlich ab. Obwohl im Laufe des 17. Jahrhunderts durch die Einflüsse des Barock einerseits und italienische Einflüsse andererseits viele Figuren und Masken sehr verfeinert worden waren, erlebte die Fasnacht im 18. Jahrhundert einen immer stärkeren Niedergang durch die Aufklärung, deren Vertreter die Umtriebe des Volkes als völlig überholtes Überbleibsel einer dunklen Vergangenheit ablehnten und verboten. Schließlich wurden am Ende des 18. Jahrhunderts viele Fasnachtstraditionen durch Kriege und die nachfolgenden Besatzungstruppen unterbrochen.
Erst an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert fanden die alten Überlieferungen im Zuge einer romantischen Rückbesinnung wieder Interesse. Statt der Handwerkerschaft nahm sich nun das Bürgertum der Fasnacht an und begründete eine "romantische Karnevalsreform". Sie begann mit dem ersten Rosenmontagszug in Köln 1823. Mit "Prinz Karneval" und den närrischen Garden wurden neue Figuren geschaffen. Statt auf der Straße und in Schänken feierte man im geordneten Zug und auf Bällen und Prunksitzungen. Die Idee verbreitete sich rasch rheinaufwärts, und spätestens ab den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts herrschte auch im Südwesten "Prinz Karneval". Die alten Fasnachtsfiguren und -bräuche waren in den Hintergrund getreten.
Erst an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entwickelten sich die südwestdeutsche Fasnet und der Karneval auseinander. In vielen Städten und Städtchen des Südwestens wollten die einfachen Leute, Handwerker vor allem, den "Honoratiorenkarneval" nicht mehr mitmachen beziehungsweise von ihm ausgeschlossen sein. Sie holten ihre alten Narrenkleider und Masken wieder aus den Truhen hervor, besannen sich auf alte Fest- und Umzugstraditionen und kehrten zur vorromantischen Fasnet zurück. Diese neue alte Form fand diesmal auch beim gehobenen Bürgertum Anklang, sodass sie sich gegenüber dem Karneval durchsetzte. Bald entstanden auch dort neue Narrenzünfte, wo keine Fasnachtstradition vorhanden oder bekannt war. Man orientierte sich an Traditionsstädten wie Rottweil, Villingen oder Laufenburg und schuf sich nach deren Vorbildern eigene Figuren und eigene Traditionen. Viele Figuren der schwäbisch-alemannischen Fasnet, die uns heute bei den Umzügen begegnen, sind also nicht einmal 100 Jahre alt, viele bedeutend jünger.













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